Online Piraterie: ein Service-Problem?

Hollywood versucht seit Jahren Online Piraterie auszulöschen. Was sie nicht einzusehen scheinen ist, dass dieser Krieg nicht gewonnen werden kann. Die Technologie wird sich weiterentwickeln und die Piraten werden immer einen Schritt voraus sein.

Gesetze dagegen sind nicht wirklich eine Antwort. Online Piracy ist fast überall auf der Welt illegal und doch gibt es sie immer noch. Auch SOPA und ACTA werden diese nicht ausrotten.

Was könnte man sonst machen? Paul Tassi von Forbes schreibt, man müsse realisieren, dass Online Piraterie ein Service Problem ist. Man kann heute in kürzester Zeit und nur 7 Schritten einen aktuellen Film via BitTorrent downloaden. Es ist nicht ethisch richtig. aber die Möglichkeit ist da und einfach. Wenn nach 10 Jahren und Millionen von Anwaltskosten Pirate Bay vom Netz verschwindet, gibt es hunderte von anderen Torrentseiten, die ihren Platz einnehmen werden. Und selbst wenn Torrents ganz verboten würden, würde das Internet einfach etwas neues erfinden.

Gemäss Paul Tassi ist der 7 Schritte / 10 Minute Prozess, mit dem man einen Film runterladen kann, der wahre Feind der Filmindustrie, den sie bekämpfen sollten. Momentan steckt die Branche immer noch in der Vergangenheit und geht nur im Schneckentempo richtig Zukunft. Die Filmindustrie glaubt immer noch daran, dass die Leute auch in 5 Jahren noch DVD’s und Blu-Rays kaufen werden und dass ein Kinoticket 15 $ wert.

Die Contentindustrie hat nicht erkannt, dass Leute sich Einfachheit wünschen. Ins Kino zu gehen benötigt einen grösseren Effort als simples Runterladen, und man muss erst noch nicht viel zu viel dafür bezahlen. In einen Laden zu gehen und eine DVD zu kaufen, anstatt sie mieten oder runterzuladen, ist unpraktisch und macht nur Sinn, wenn man entweder Filme sammelt oder diesen bestimmten Film wirklich liebt.

Paul Tassi schlägt deshalb die Einrichtung eines Filmportals vor, mit dem die Nutzer schnell und billig Filme kaufen oder mieten könnten. Dieses müsste kompatibel sein mit allen möglichen Plattformen und Geräten. Das Portal müsste alle Filme anbieten, egal ob kleiner Indie oder grosser Blockbuster. Die Filme auf dem Portal sollten kein DRM haben, damit die User die Filme problemlos auf ihrer Festplatte speichern können oder auf DVD oder Blu-Ray brennen können. Der Ablauf so hätte 3 Schritte weniger als der Download mittels Torrent und man müsste sich noch nicht mal schuldig fühlen, wenn man etwas runterlädt.

Nach SOPA und PIPA sieht Hollywood aus wie ein Dinosaurier, der versucht Radio oder Video Kassetten zu verbieten. Der Autor des Artikels ist für das Kaufen von Produkten, die es wert sind. Er glaube aber nicht an ein Preis- und Vertriebsmodell, dass denkt, es sei noch 1998. Ebenfalls glaube er nicht an das Zensieren des Internets, nur damit Studios und Manager noch einige Millionen auf ihren bereits enormen Geldstapel hinzufügen können.

Ich stimme Paul Tassi zu. Für mich gibt es drei Gründe für Online Piracy: der Preis, die Verfügbarkeit und Gewohnheit. Und solange die Content Industrie nicht einsieht, dass das Internet global ist und die Verfügbarkeit und den Preis anpassen, werden sie immer mit Online Piraterie zu kämpfen haben.

Zum Schluss möchte ich noch den Comic von The Oatmeal zum Thema empfehlen, der kurz und treffend die Schwierigkeiten eines zahlenden Konsumenten in Amerika darstellt. Der Anfang:

Den Rest findet ihr hier
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