Online Piracy aus einem anderen Blickwinkel betrachtet

Beim Recherchieren bin ich auf einen interessanten Artikel gestossen.

Die Mehrheit der Diskussion über Online Piracy dreht sich um den mutmasslichen wirtschaftlichen Schaden, der durch Urheberverletzungen verursacht wird. Wenn diese berechnet werden, gehen Urheberrechtsinhaber jeweils davon aus, dass jeder illegale Download ein Verlust darstellt.

Matthew Yglesias meint, dies sei falsch. Wenn jemand etwas downloade, sei es nur ein potenzieller Verlust, denn nicht jeder, der sich Sachen runterlädt, würde das Gleiche auch tatsächlich kaufen. Wäre unerlaubtes Kopieren keine Option, würde ein Teil der Leute einfach den Film nicht schauen oder das Album nicht hören. Und wenn jemand sich ein Buch runterlädt, ohne dafür zu bezahlen, sei das zwar ein realer Verlust für den Urheber des Buches, das Geld verschwinde aber nicht einfach, es komme dafür einfach jemand anderem im Wirtschaftskreislauf, wie z.B. der lokalen Pizzeria, zu Gute.

In dem Artikel wird nicht dafür plädiert, keine Copyright Gesetze zu haben oder gar keine Strafen für Online Piracy zu haben. Denn wenn Urheberverletzungen aus dem Ruder laufen, könnte es vielleicht eines Tages passieren, dass Bands aufhören, Alben aufzunehmen und keine neuen Fernsehserien veröffentlicht werden. Die gleiche digitale Welt, welches das Piracy Problem geschaffen hat, hat aber auch neue Möglichkeiten erschaffen und macht es einfacher für kleine Firmen, ihre Produkte zu vertreiben. Digitale Technologie hat den Preis reduziert, den wir für neue Werke bezahlen und macht die Erstellung solcher billiger. SOPA findet er deshalb, sei nicht nur ein aufdringlicher Weg ein Problem zu lösen, es ist eine Lösung zu einem Problem, das gar keines sei.

Ich fand es schön, mal einen Artikel zu Online Piracy zu lesen, der nicht nur gegen die bösen illegalen Downloader wettert. Ich stimme ihm zu, was die Downloads betrifft. Nicht jeder, der etwas ohne Bezahlung runterlädt, würde sich das auch legal kaufen. Es ist schwer abzuschätzen, wie hoch die Zahl der tatsächlichen Verluste durch Online Piracy wirklich ist. Für die Branchenverbände macht es natürlich Sinn, die mutmasslichen Verluste grosszügig zu schätzen, denn je grösser die Zahl, desto grösser die Entrüstung und Aufmerksamkeit der Politiker.

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